Die Teile einer Orchideenblüte

Wer schon einmal auf einer Orchideenausstellung war, kennt das Gefühl: Staunend steht man einer Vielfalt von Farben und Formen gegenüber. So unterschiedlich in Größe und Erscheinungsbild, dass man unwillkürlich manchmal denkt: “Was, DAS soll eine Orchidee sein??” Woran erkennt man denn nun eine Orchidee? Unter anderem am Aufbau der Blüten, für deren Teile der Fachmann auch die entsprechenden Bezeichnungen verwendet. Heute sehen wir uns das also einmal etwas genauer an – als Orchideenfreund will man ja schließlich mitreden können, oder?

Die Blüten der Orchideen sind, mit wenigen Ausnahmen, monosymmetrisch, das heißt, man kann eine einzige (senkrechte Spiegelachse) ziehen, die beiden Hälfen sind also spiegelgleich.

Monosymmetrie

Weiters kann man sechs Blütenblätter zählen, die einen äußeren und einen inneren Kreis bilden. Der äußere Hüllblattkreis besteht aus drei Sepalen, der innere aus drei Petalen. Die unterste der drei Petalen weicht in der Regel deutlich vom Erscheinungsbild der übrigen ab und bildet die Lippe (das Labellum). Diese dient vor allem als “Landeplatz” für die Bestäuber. Manche Literaturquellen unterscheiden nicht zwischen Sepalen und Petalen sondern verwenden einen zusammenfassenden Überbegriff: Tepalen. Der unscheinbarste Teil der Blüte liegt in der Mitte – die Säule (Columna) mit den weiblichen Fortpflanzungsorganen.

Blütenaufbau

Paphiopedilum

Paphiopedilum

Masdevallia

Masdevallia

Es gibt jedoch Orchideenarten, die deutlich von der Regel “sechs Blütenblätter” abweichen. Als Beispiel sei der Frauenschuh (Paphiopedilum) genannt, bei dem die unteren Sepalen zu einem “Blütenblatt” (Synsepalum) zusammengewachsen sind und das markante Erkennungszeichen dieser Gattung bilden: Den “Schuh”. Bestäuber, die auf der Blüte landen wollen, fallen in diesen Schuh und auf dem Weg heraus müssen sie an der Säule vorbei und bekommen dort die Pollinien aufgeklebt.

Bei der Gattung Masdevallia sieht man auf den ersten Blick überhaupt nur drei Blütenblätter, die Sepalen. Die Petalen und und die Lippe sind verkümmert und nur noch rudimentär vorhanden, sodass sie mit freiem Auge fast nicht mehr erkennbar sind.

Du möchtest diesen Artikel ausdrucken? Diese Seite verfügt über ein spezielles Drucklayout, das dir überflüssige Seitenelemente erspart – klicke einfach oben links auf “Datei” und “Druckvorschau” und schau´s dir selber an!

War dieser Artikel nützlich oder interessant für dich, hast du Vorschläge oder Anregungen? Ich freue mich über jeden Kommentar!

Die Teile einer Orchideenblüte
Die Teile einer Orchideenblüte
Die%20Teile%20einer%20Orchideenbl%C3%BCte.pdf
199.3 KiB
716 Downloads
Details

Author: SiGa

Share This Post On

4 Kommentare

  1. Ich bin Briefmarken-Sammlerin und mein Exponat -Thema sind Orchideen. Teile des Artikels und die Bilder würde ich gerne für mein e Arbeit benutzen. Ich stelle mein Exponat im Oktober in Hamm aus

    Kommentar absenden
    • Hallo, Doris! Ich habe nichts dagegen, wenn die Lizenz (siehe “Downloads” Seite) eingehalten wird. Wenn man ausstellt, sind – nehme ich an – korrekte Quellenangaben sowieso selbstverständlich. In diesem Sinne: Nur zu! Ich würde mich freuen, das Ergebnis zu sehen, falls das möglich ist. 🙂

      Kommentar absenden
  2. Danke Kathi! Ich weiß, die Smilies sind nett, aber je einer muss reichen… 😉

    Kommentar absenden

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.